Da ich mich bewusst dazu entschieden habe, nur nachhaltigen Schmuck in meiner Galerie anzubieten, möchte ich auch erklären, was Fairtrade in dem Bereich bedeutet.

Erst seit Januar 2016 ist in Deutschland überhaupt die Verarbeitung und der Handel mit Fairtrade-zertifiziertem Gold möglich. Das war für mich der Anlass, die Galerie The Fair Traders im Oktober 2016 zu eröffnen. Meine genauen Beweggründe können Sie hier nachlesen.
Seitdem vergibt die Organisation Fairtrade Deutschland in zwei Registrierungsmodellen entsprechende Lizenzen. Sie werden von der unabhängigen Zertifizierungsorganisation FLOCERT überprüft.
In der Schweiz gibt es seit 2014 ein Siegel für Fairtrade-Gold, das durch die Max-Havelaar-Stiftung vergeben wird. Die Stiftung ist eine Non-Profit-Organisation, die das Gütesiegel mit transparenten Standards und einer marktunabhängigen externen Kontrolle vergibt. Dieses Siegel ist für meine Galerie wichtig, weil die niederländischen Designerinnen Marike Hauser vom Atelier Luz und Lisbeth Busmann mit dem Max-Havelaar-Siegel arbeiten.

Dafür steht Fairtrade

Die internationalen Fairtrade-Standards beruhen auf besonderen Anforderungen an Nachhaltigkeit in den drei Punkten Handel, Soziales und Umwelt. Beim fairen Handel geht es um gerechte Preise, menschenwürdige Arbeitsbedingungen, die Vermeidung von Kinder- und Zwangsarbeit, die Sicherung langfristiger Handelsbeziehungen und um eine umweltfreundliche Produktion. Fairtrade fördert zudem die Gleichberechtigung, unterstützt Respekt und Transparenz zwischen Produzenten und Händlern und legt wert auf die Weiterentwicklung von Organisationen. Es geht um die Chance der Menschen in den Erzeugerländern auf ein selbstbestimmtes, gesundes und unabhängiges Leben.

Probleme bei der Goldförderung

Drei Viertel des geförderten Goldes weltweit stammt aus dem industriellen Bergbau, ein Viertel aus dem kleingewerblichen Bergbau in Afrika und Lateinamerika. Der Abbau erfolgt oft illegal in schwer zugänglichen Gebieten und unter gefährlichen Arbeitsbedingungen. Kinderarbeit ist keine Seltenheit. Die Preise für das geschürfte Gold sind am Ende der Lieferkette gering und sichern kaum den Lebensunterhalt der Minenarbeiter und deren Familien. Das betrifft mehr als 100 Millionen Menschen.

Fairtrade-Gold macht den Unterschied

Bei Fairtrade-Produkten erhalten die Produzenten einen festgelegten Mindestpreis von ca. 2000 US-Dollar pro Kilogramm Feingold, der ihnen ein verlässliches Einkommen sichert. Hinzu kommt die Fairtrade-Prämie, die Fairtrade-zertifizierte Minen erhalten. Die Gemeinschaften entscheiden dann demokratisch, wofür die Prämiengelder verwendet werden: für Schulen, neue Wasserleitungen oder bessere Arbeitsabläufe in der Mine.
Für die Zertifizierung können sich nur Bergbau-Gemeinschaften bewerben, die eine Schürfgenehmigung vorweisen können. So werden die Rechte der Minenarbeiter geschützt und lokale Gemeinschaften unterstützt.
Um die Zertifizierung zu erhalten, ist für die Mitarbeiter der Bergbau-Gemeinschaften Schutzkleidung vorgeschrieben. Internationale Sicherheitsstandards müssen eingehalten werden. Der Einsatz von Chemikalien wird auf ein Minimum reduziert und die Arbeiter werden im Umgang damit geschult. Zudem erhalten sie regelmäßig Gesundheits- und Sicherheitstrainings. Kinderarbeit ist generell verboten.
Diese Standards werden von den Organisationen, die das Siegel vergeben und deren unabhängigen Kontrollorganisationen regelmäßig kontrolliert. Das zertifizierte Gold von Fairtrade Deutschland und der Max-Havelaar-Stiftung stammt aus drei Minen in Peru. Minen in Afrika werden gerade für die Zertifizierung vorbereitet. Diese Kontrolle stellt sicher, dass die gesamte Liefer- und Fertigungskette für den Kunden dokumentiert ist.

Woran erkennt man Fair-Trade Gold?

Alle Schmuckstücke aus Fairtrade-zertifiziertem Gold tragen das entsprechende Siegel und der Kunde erhält beim Kauf ein Zertifikat.

Ist Fairtrade gleich Öko-Gold?

Nicht ganz! Die Fairtrade-Siegel schränken zwar den Gebrauch von Chemikalien ein und überwachen eine umweltgerechte Entsorgung von Schadstoffen. Es können jedoch Chemikalien eingesetzt werden. Beim Grünen oder Öko-Gold wird ganz auf den Einsatz von Chemikalien verzichtet. Es wird nur durch die Schwerkrafttrennung aus Flüssen gewonnen. Das Gold stammt aus Ländern wie Australien, Alaska oder Finnland.